Das Grab des Königs Mausolos II zu HalikarnassosKönigin Artemisia II. von Karien ließ im antiken Halikarnassos in der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. ein Grabmal für ihren Mann, König Mausolos II., bauen, als ein Zeugnis ihrer unendlichen Liebe - das Mausoleum.
Wie hat das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos ausgesehen?Das Aussehen des Grabmales ist nicht eindeutig überliefert. Aus den Resten der Ausgrabungen und den Überlieferungen in antiken Reiseberichten über die 7 Weltwunder der Antike, insbesondere von Vitruv und Plinius, dem Älteren, ist die oben abgebildete Form rekonstruiert worden.
Der Grundriss für das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos war rechteckig. Auf einem hohen Sockel stand ein Grabtempel, umgeben von 36 Säulen. Diese trugen das Dach in Form einer Stufenpyramide. Die Spitze bildete eine Figurengruppe, bestehend aus einem Viergespann und vermutlich dem Königspaar selbst.
Wo genau die einzelnen Schmuckelemente angebracht waren, ist nicht eindeutig nachgewiesen. Wir wissen von 56 Löwen, Porträtstatuen und verschiedenen Friesen. Bei den Dimensionen ist wieder etwas Spekulation gefragt. Da das Fundament des Heiligtums mittlerweile entdeckt wurde, können wir für das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos ein Außenmaß von rund 38 x 32 m annehmen. Die Höhe dürfte um die 45 m betragen haben.
Über die Namen der Künstler, die den Bauschmuck für das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos herstellten, gibt es keine sicheren Angaben. Es wird behauptet, daß die seinerzeit berühmtesten Bildhauer für jeweils eine Seite des Mausoleums verpflichtet wurden, vielleicht trug auch das zur Einordnung in die sieben Weltwunder der Antike bei.
Die an der Ostseite befindliche Amazonomachie, der Kampf der Griechen gegen die Amazonen soll aus der Hand des Skopas von Paros stammen. Weitere berühmte Bildhauer der damaligen Zeit, die an dem Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos mitgearbeitet haben sollen, sind Bryaxis, der für die Nordseite verantwortlich war, Leochares von Athen für die Westseite und Timotheos für die Südseite. Weitere Themen, die auf dem Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos abgebildet wurden, waren die Heldentaten des Theseus, eine Centauromachie, Wagenrennen und etwas überraschend auch Kampfszenen von Griechen gegen Perser.
König Mausolos II. König Mausollos II. (auch Mausolos, Maussollos oder Maussolos) regierte von 377 - 353 v. Chr. Zwar war auch er offiziell dem persischen Großkönig untertan, doch hatte er relativ freie Hand. Der offizielle Titel war Satrap, Statthalter. Wohl um 367 v.Chr. verlegte Mausollos seine Hauptstadt in das aufblühende Halikarnassos. Mit dem Herrscher kam ein potenter Bauherr in die Stadt. Vitruv folgend (der Hauptquelle zum Thema), machte er sie zu einer "ideal ausgebauten Stadt". Einer sehr unromantischen Version folgend, gab er auch sein eigenes Grabmal in Auftrag. Das klingt einigermaßen plausibel, es gibt aber noch eine wesentlich schönere Variante dieser Geschichte.
Die Liebe Artemisias II. zu ihrem Bruder und Gatten Mausollos war, so die Legende, größer, als Gedichte es auszudrücken vermögen. Der Tod des Gatten verursachte ihr ebenso großen Schmerz. Sogar so groß war ihr Schmerz, dass sie den noch glühenden Leichnam ihres Angebeten zu Staub zermalmte, ihn mit Wasser und Duftmitteln vermischte und trank. Sie trachtete zu Mausollos' lebendem Grabmal zu werden. Zur Bewahrung seines Andenkens ließ sie ein Monument, das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos, errichten, wie es seinesgleichen suchte. Gespart wurde an nichts. Artemisias erlebte die Vollendung des Bauwerks nicht. Sie starb nur vier Jahre nach ihrem Mann. Trotzdem wurde das Grabmal fertiggestellt.
Ohne Mühe schaffte es den Sprung in die Liste der Weltwunder der Antike. Es wurde so imposant, dass mit dem Ausdruck Mausoleum als geflügeltes Wort künftige Generationen ein Ehrengrabmal bezeichneten.
Bis hinein ins Mittelalter stand das Weltwunder dort. Im 13. Jahrhundert stürzte ein Erdbeben das Dach ein. Im 15. Jahrhundert trugen Kreuzritter den Bau dann systematisch ab. Das Material wurde zum Bau des Kastells von St. Peter im heutigen Bodrum verwendet. Irgendwann stießen die Ritter dabei sogar auf die Grabkammer. Bevor sie diese allerdings öffnen konnten, wurde sie ausgeraubt.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Ordensritter nicht wussten, was sie dort zerstören. Mit dem Mausoleum verschwand über kurz oder lang auch die Kenntnis über die Lage desselben. Erst im Jahre 1856 entriss es der britische Diplomat und Archäologe Charles T. Newton, der Teile des Fundaments freilegte und Skulpturen sowie Bauteile fand, dem Vergessen. Doch erst durch die Forschungen und Grabungen von 1966-1977 unter Führung des dänischen Archäologen Kristian Jeppesen ließ sich eine umfassende und weitgehend durch Bauteile belegte Rekonstruktion erarbeiten.
Blick auf (die Überreste) das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos
Die erhaltenen Reste der Bauplastik, Friese und Statuen des Grabes des Königs Mausolos II. zu Halikarnassos können heute im British Museum in London besichtigt werden. Das freigelegte Fundament und Original-Bauteile (s. Bild oben) kann man am Originalstandort im heutigen Bodrum ansehen.1
Vom Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos ist im heutigen Bodrum noch die Vertiefung der Grabkammer, die etwa acht Meter unter dem heutigen Bodenniveau liegt, zu sehen. Die noch begehbaren Reste des das Bauwerk umfassenden Kanalisationssystems sind ebenfalls noch vorhanden. In einem daneben liegenden Saal sind Reste von Reliefs und Baumaterialien ausgestellt.
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Um dieses lange verschwundene Weltwunder der Antike, das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos mit den heute vorhandenen Resten besichtigen zu können muss man also nach London ins Britische Museum und nach Bodrum reisen.
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1Textquelle und Bild 1: Kristian Büsch @ www.kristian-buesch.de
Das Bild 2 basiert auf dem Bild Mausollos aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Gunnar Bach Pedersen
Das Bild 3 basiert auf dem Bild Mausoleum in Bodrum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Mykenik
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