Leuchtturm vor Alexandria

Der Große Leuchtturm von Alexandria, auch der Pharos von Alexandria genannt, war der erste seiner Art und der höchste je gebaute Leuchtturm. Der Turm soll über 115 m, manche Quellen gehen sogar von bis zu 160 m aus, hoch gewesen sein.

Der Name Pharos ergab sich aus seinem Standort, nämlich der Insel Pharos vor Alexandria. Das Wort Pharos ist dann zum Synonym für einen Leuchtturm geworden und wird in vielen Sprachen als Begriff für einen Leuchtturm allgemein benutzt.

Der Leuchtturm vor Alexandria nach einem Gemälde von Maarten van HamskerckDie Insel Pharos wurde durch den künstlich aufgeschütteten Heptastadiondamm (Ein Damm in einer Ausdehnung von 7 Stadionlängen, was einer Gesamtlänge von 1316m entspricht) mit dem Festland verbunden und bildete dadurch die Nord- und Westbegrenzung des großen Hafens von Alexandria.

Alexandria hatte einen der größten Häfen zu jener Zeit, der einen immensen Schiffsverkehr abwickeln musste. Um dem Herr werden zu können, ergab sich die Notwendigkeit, den Hafen auch Nachts zu nutzen. In Folge der flachen Küstenformation, bei der es keine nennenswerten Markierungen auf dem Festland gab, musste ein Leuchtfeuer geschaffen werden.

König Ptolemaios I. Soter und / oder der Baumeister Sostratos von Knidos initiierten wohl den Leuchtturm vor Alexandria etwa um 300 v.Chr.. Die Bauzeit währte etwa von 299 – 279 v.Chr.; einige Quellen sprechen von einer Fertigstellung im Jahre 282 v.Chr. Ptolemaios I. erlebte die Fertigstellung nicht mehr, sein Nachfolger Ptolemaios II. konnte die Vollendung des Bauwerks, das mit den finanziellen Mitteln seines Vorgängers errichtet wurde, feiern. Ptolemaios I. hatte für den Leuchtturm vor Alexandria 800 Talente Silber zur Verfügung gestellt, was einem heutigen Wert von rund 9 Millionen Euro entspricht.

Der Leuchtturm vor Alexandria war nach seiner Fertigstellung zumindest das dritthöchste Gebäude der Erde, wenn eine Höhe von 145 m zutreffend war oder gar das höchste, wenn das Weltwunder mehr als 152 m hoch war. Nur die beiden großen Pyramiden von Gizeh waren höher als 145m, jedoch niedriger als 160m. Solange das Weltwunder bestand, hat es kein höheres Gebäude auf der Welt gegeben.

Das Leuchtfeuer wurde mit einem Seilaufzug mit den zur Befeuerung notwendigen Brennmaterialien versorgt. Die Oberseite des ersten Abschnitts war für die Bevölkerung zur Besichtigung freigegeben, genau so wie die Dachplattform selbst. Ganz oben, auf der Dachplattform des Leuchtturms vor Alexandria befand sich damit die wohl erste Aussichtsterrasse auf einem Turm in solcher Höhe. Die Aussicht aus ca.. 100 m Höhe war für die Menschen der damaligen Zeit sicher ein einmaliges Erlebnis, auch für die heutige Zeit wäre es eine absolute Attraktion. Kein Wunder, daß der Leuchtturm vor Alexandria als Weltwunder eingestuft wurde.

Das Leuchtfeuer selbst soll nachts ungefähr 300 Stadien, also rund 56 km, weit zu sehen gewesen sein.

Im Jahr 1994 wurden von archäologischen Tauchern vor der Küste Alexandrias Mauerreste gefunden, die als Fundamente eines großen Gebäudes gedient hatten und deren Alter mit dem der Bauzeit des Leichtturms übereinstimmten. Es wurden auch Statuen gefunden, die den Beschreibungen nach zum Leuchtturm vor Alexandria gehört haben können.

Der Leuchtturm vor Alexandria war damit nach den noch heute bestehenden Pyramiden von Gizeh das Weltwunder der Antike, das am längsten erhalten geblieben war.



Das Bild basiert auf dem Bild “Pharos of Alexandria” aus der freien Enzyklopädie Wikipedia and is in the public domain. Der Urheber des Bildes ist Martin Heemskerck
 
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