Reisewarnung Indien Stand 27.11.08Aktuelle HinweiseSeit dem Abend des 26. November forderten terroristische Angriffe u.a. auf mehrere Hotels und Restaurants in Mumbai mindestens 100 Todesopfer sowie zahlreiche Verletzte. Die Terroranschläge richteten sich erstmals gezielt auch gegen Ausländer. Von Reisen nach Mumbai wird bis auf weiteres abgeraten. Reisende, die sich derzeit in Mumbai befinden, sollten sich in geschlossenen Räumen aufhalten, bis die lokalen Behörden die Lage für ausreichend sicher halten. Bereits in den letzten Monaten waren schwere terroristische Anschläge in verschiedenen Städten Indiens verübt worden. Im September 2008 kamen bei Bombenanschlägen auf Märkten in Neu-Delhi 26 Menschen ums Leben. Reisende sollten sich regelmäßig über die Sicherheitslage an ihrem Reiseziel informieren. Größere Menschenansammlungen sollten nach Möglichkeit gemieden werden. Reisende sollten sich vor Abflug nach Mumbai bei der jeweiligen Fluggesellschaft erkundigen, ob der Flug planmäßig stattfindet. Die Lufthansa hat heute ihre Flüge von Frankfurt und München nach Mumbai abgesagt. Über eine mögliche Streichung weiterer Flüge sei noch nicht entschieden. Wegen Unruhen in Kaschmir ist es in den letzten Wochen zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sowie zu Straßenblockaden gekommen. Über Teile Kaschmirs können kurzfristig Ausgangssperren verhängt werden; ein Wiederaufflammen der Unruhen ist nicht auszuschließen. Von Reisen nach Jammu und Kaschmir wird weiterhin dringend abgeraten (vgl. auch Reisehinweise zu Jammu und Kaschmir im nachfolgenden Kapitel „Landesspezifische Sicherheitshinweise“). Wegen Ausschreitungen gegen Christen und ihre Einrichtungen wird von Reisen in den Distrikt Kandhamal (Bundesstaat Orissa) bis auf Weiteres abgeraten. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ausländer, insbesondere christliche Missionare, dort in Gefahr geraten können, obwohl sich die Angriffe bisher gegen einheimische Christen gerichtet haben. Landesspezifische Sicherheitshinweise Das allgemeine kriminelle Risiko für Ausländer in den touristisch stärker erschlossenen Gegenden Indiens ist eher gering. Reisende, insbesondere Frauen, sollten sich jedoch auch dort stets von Vorsicht leiten lassen. Die Sicherheitslage ist regional unterschiedlich zu bewertenTerrorismus / Reisen über Land In Indien kommt es immer wieder zu Terroranschlägen. Diese richteten sich bisher vor allem gegen religiöse Einrichtungen (Moscheen sowie hinduistische Tempel) und belebte Märkte. Seit Anfang 2008 waren u.a. die Städte Jaipur (Rajasthan), Bangalore (Karnataka), Ahmedabad (Gujarat), die Hauptstadt Neu-Delhi sowie zuletzt Guwahati (Assam) von schweren Anschlägen betroffen. Weitere Anschläge sowie die Möglichkeit, dass auch bevorzugte Reiseziele von Touristen in Indien mehr als bisher in den Fokus terroristischer Gruppen rücken könnten, sind nicht auszuschließen. Es wird daher generell zu Wachsamkeit geraten, besonders an religiösen und staatlichen Feiertagen , in deren zeitlichem Umfeld es erfahrungsgemäß vermehrt zu Drohungen und Anschlägen kommt. Es wird empfohlen, an diesen Tagen Märkte, öffentliche Plätze und große Menschenansammlungen sowie Regierungsgebäude und nationale Wahrzeichen nach Möglichkeit zu meiden. Jammu und Kaschmir Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird von Reisen nach Jammu und Kaschmir dringend abgeraten. Sowohl in den Städten Srinagar als auch in Jammu ist es zu Bombenattentaten insbesondere an öffentlichen Plätzen gekommen. Im Vorfeld der Wahlen im Spätherbst dieses Jahres sind weitere gewalttätige Auseinandersetzungen, vor allem im Landesteil Kaschmir, nicht auszuschließen. Im Landesteil Jammu hat sich die Lage nach gewaltsamen Protesten vorerst beruhigt; auch dort besteht aber weiterhin die Gefahr neuer Unruhen. Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen Führer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Plätzen zu zelten. Nordöstliche, östliche und südöstliche Bundesstaaten Bei Reisen in die Nordostregion Indiens besteht wegen der dort seit Jahren aktiven militanten Gruppierungen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in Assam, Manipur und Nagaland. Obwohl sich Anschläge und Protestaktionen bisher nicht gegen Ausländer und Touristen richteten, sind Reisende im Nordosten besonderen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind in den genannten Gebieten nicht auszuschließen. Wer reist, sollte sich über die aktuelle Lage informiert halten, sich potentielle Gefährdungen vor Augen führen und situationsgerecht verhalten. In Darjeeling kam es in den vergangenen Monaten verschiedentlich zu Behinderungen und Lähmungen der von Touristen in Anspruch genommenen Infrastruktur. In den östlichen und südöstlichen Bundesstaaten Kernindiens von Bihar bis zu den östlichen und südlichen Grenzgebieten von Andhra Pradesh besteht ein erhöhtes Risiko von Gewalttaten und Gewaltkriminalität durch maoistische Gruppierungen („Naxaliten“), besonders außerhalb größerer Städte. Deren Aktionen richteten sich bislang allerdings nicht gegen Ausländer. Andere Regionen Besondere Reisegenehmigungen werden u.a. für Sikkim, Arunachal Pradesh, Nagaland, Manipur und Mizoram wie auch für die Inselgruppe der Andamanen (Andaman Islands) benötigt. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist für Touristen nicht zugänglich. Allgemeine Reiseinformationen Die Lektüre einschlägiger Reiseführer mit spezifischen Verhaltensempfehlungen und der Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu möglichen Risiken für Reisende wird empfohlen. Bei "Trekking"-Touren sollte unbedingt sichergestellt werden, dass ausreichend starke Funkgeräte mitgeführt werden, da anderenfalls in Notfällen eine rechtzeitige Einleitung von Rettungsaktionen nicht sichergestellt ist. Botschaft der Republik Indien Tiergartenstr. 17 10785 Berlin Tel.: 030 - 25795-0 Quelle: auswärtiges-amt.de |
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